On Consumption

We must do it to live, it is among our most basic drives. In a post-industrial world we define much of our self-identity on our choices of what we choose to consume. Modern consumption promises us happiness, fullfillment, exctasy, it is phyical, emotional, spiritual. To be alive is quite literally to consume. And yet over-consumption is killing us through physical health issues and unsustainabile depletion of our natural resources.

In the new Kunstworker Production “20 Forms of Consumption” we will explore in a series of collaborative photo projects many aspects of our complicated and fetishistic connections to what we choose to consume. This project will not seek to condemn over-consumption, but rather to explore interests and relationships. We cannot live without consuming, but we can be aware of our actions and needs, to seperate active choices from fruitless attempts to fill emotional voids. We ask what can be fulfilled through what we choose to consume, and what can not.

Svenja Beneke, Schauspielerin: Emotionale Verstopfung

Marcin Reinhard-Baczyk, physical performer: On Consumption of Religion and Political Systems

Ming Poon, dancer: On Consumption of Heroes

Professor Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin

Basierend auf Frau Dr. Kemferts Arbeit bezieht sich die digitale Collage „Delta“ (Endgröße ca. 1 × 3 m) auf die Aspekte alternativen Konsumverhaltens, der Kaufmacht des Einzelnen und der Balance zwischen modernen Leben und Nachhaltigkeit.

Kunstworker

Kunstworker is a meeting place for creative collaborations. We are open to all creative pursuits, in particular but not limited to photography, graphic design, writing, architecture, and image making of any kind.

Wie wir aus der www.wuv.de am 03. September 2010 erfahren, hat Kunstworker-Magazin einen Special Award gewonnen:

Design: die Sieger des iF Communications Design Award 2010

Special Award in der Kategorie: Too good to be true; Auftraggeber: Kunstworker/Junophoto Nowak+Katz, Berlin; Design: Nefas, Berlin (Martin Hospach/AD)

Jury-Urteil: „Ein tolles Layout, sehr experimentell und eine gut gewählte Typografie: Hier macht das Blättern Spaß! Der Leser wird auf eine visuelle Reise mitgenommen, die bis ins Detail liebevoll gestaltet wurde. Die Dinge in dieser Zeitschrift überraschen und sind neu gedacht – besser geht es kaum.“

Darüber freuen wir uns sehr! Leider hat unser Designer eigenhändig das Covermotiv verändert – ohne uns zu informieren. Hier geht’s zur Originalversion:

Das gesamte Magazin kann man unter Kunstworker.net ansehen.

The Adventures of Mandy

starring Annika Stieber-Damaschke

“The adventures of Mandy” present a day in the life of a comic heroine, as she struggles with loss of childhood, love and belonging. Mandy retreats into a dollhouse world filled with nostalgic and decaying toys, where she dramatizes her inner conflict between personal fulfillment and socially defined female values. While she is a victim in her internalizing of societal pressures, she is also triumphant in her individualism and acts of personal bravery. The series explores the contradictions of the roles people play as they find their place in life.

“The adventures of Mandy” was exhibited in Berlin at Zwischenraum from March 12th through March 14th 2010.

Mandy – eine Kunstfigur?

Sexualität, Sinnlichkeit, Begehren, das inszenierte Geschlecht – das sind Themen der Psychologie, der Geschlechterdifferenz und der Geschlechterpolitik. Der (früh-)kindliche, weibliche Traum nach erfüllter und autonomer Sexualität, nach der werdenden Frau im Kind, nach der sinnlich autarken Frau ist bei Mandy zuvorderst in die Künstlichkeit einer Plastikwelt versetzt. Mit einer an Barbieland erinnernden Welt wird das mögliche Erfahrungsfeld erster sinnlicher Entdeckungen als Spielplatz markiert. So lebt das kindlichweibliche Geschlecht Mandys in einer Kunstwelt. Problemlos demontiert es so tradierte Frauenbilder, spielt mit herkömmlichen Rollenmustern und umschifft das Generieren und Propagieren der Frau als Lustobjekt.

Mit der femininen Kunstfigur Mandy entsteht ein Selbstbild weiblichen Begehrens. Es rebelliert gegen das Korsett der domestizierten Frau und verscheucht das Reglement der Fruchtbarkeit. Die Proportionen der häuslichen Gegenstände im Verhältnis zu Mandys Präsenz sind ein Wink dafür, dass Mandy über das Stadium kindlicher Libido hinaus gewaschen ist. Ihr Dornröschenschlaf erweckt die Frage, wovon sie träumt. Mandy zelebriert ihren Genuss und verbindet Widersprüche. Mandys Frechheit und Unverschämtheit verkünden ihre sexuelle Souveränität. Die Verniedlichung des wirklichen Begehrens durchs Kinderzimmer hat sich erledigt. Der mechanische Spielzeuggefährte kann den fehlenden Liebhaber nicht ersetzen. Das altbackene, biedere Ambiente steht im Kontrast zur provozierenden Geste. Mandy weiß um die Theatralität der Sexualität und die Inszenierung der Geschlechter.

Fragen an die Fotokünstler Nowak+Katz

Beschäftigt Ihr Euch in Euren Arbeiten grundsätzlich mit Portraitkunst?

Wir beschäftigen uns am liebsten mit Themen, die uns in unserer heutigen Zeit umtreiben. Sei es Nostalgie, Essen, Terrorismus, Konsum oder Mandy. Unsere Bilder sind inszeniert und es gehen viele Überlegungen, Arbeit und Zeit in diese Inszenierung. Das, was wir mitteilen wollen, verpacken wir mit der Ästhetik der Werbefotografie und spielen mit der schnellen und scheinbaren Oberflächlichkeit der modernen Massenmedien.

Welche Bedeutung haben die inszenierten Environments und imaginären Landschaften in Mandys Welt?

Mandy’s Abenteuer haben einen narrativen Charakter – die 7 Bilder beschreiben einen Tag in Mandy’s Leben. Der Stummfilm ist eine Ergänzung in Episoden, die Mandy noch von einer anderen Seite zeigen. Der Film ist wie ein Essay, weitere Aspekte, Mandy’s Beweggründe und Charakter zu erkunden.

Mandy’s Existenz im rosa Puppenhaus ist ein Blick nach innen, sie zieht sich dort zurück. Es sind ihre Träume, vermischt mit nostalgischen Erinnerungen – Oma’s leckere Linsensuppe, Geburtstagstorte und Schokoriegel.

Die Hintergründe wurden wie Bühnenbilder geplant; sie sind vereinfachte sinnbildliche Szenen unseres heutigen komplexen Lebens. Die Kombination von alt und neu, bieder und grenzenlos, Stil und Kitsch sowie das Essen – sie sind ein Ausdruck, dass Gedanken nicht linear verlaufen und Erinnerungen Teil unserer Zukunft sind.

Manchmal weisen die Abenteuer Mandys auf Märchen, dann wieder erinnern sie an Kitschwelten aus Plastik, oder an Alpdrücke. Wovon träumt Mandy in ihrem Dornröschenschlaf?

Das Ei hat sich für die Serie als ein wichtiges Symbol und Ausdrucksmittel entwickelt. Das Zeichen für Fruchtbarkeit, neuem Leben, Unschuld. Mandy braucht es zum Leben, es ist ihr kostbar, aber sie isst es auch, wenn sie Hunger hat, spielt damit, ja zerstört es mit ihrem Fuß. Vielleicht steht es für den versteckten Pragmatismus den viele Frauen in sich tragen und einsetzen, wenn sie es müssen. Aber es steht auch für die Entscheidung über die eigene Fruchtbarkeit und deren Vergänglichkeit.

Sind die Fotografien Fragmente ein und desselben Traumes?

Für uns sind die Fotografien und die Filmepisoden eine in sich Sinn machende geschlossene Einheit. Diese Einheit kann ein Traum sein, Illusion, Erinnerungen verknüpft mit sozial- und geschlechtskritischen Aspekten.

Betrachter assoziieren sehr unterschiedlich; ein Mann fand die Bilderserie schrecklich deprimierend, eine Frau fing an herzlich zu lachen. Manche lehnen sofort ab, weil die Bilder Fragen aufwerfen, unangenehme Themen ansprechen oder schlechtweg zu laut, groß und bunt sind. Aber wir hoffen, dass sich viele auf Mandy einlassen. Wir wollen zum Nachdenken anregen und mit Humor unterhalten.

Was uns noch wichtig ist: Mandy’s Kittelschürze ist keine Parodie auf eine gesellschaftliche Unterschicht. Sie ist als “Uniform” der domestizierten Frau zu verstehen.

Vor einigen Jahren hielt der Satz „Chicken rules the world“ Einzug in die Popkultur. Was ist mit Blick auf Mandy an diesem „Slogan“ dran?

Mandy mag Hühner und Eier. Aber ein “Chick” ist sie deshalb nicht. Mandy hat besonders oder sogar im Putzkittel Stil. Mandy reflektiert Einflüsse aus der Popkultur und dem westeuropäischen Leben um die Jahrhundertwende aber sie regiert niemanden und muß sich niemandem verantworten – nur sich selbst.

Mandy hat keine Geschwister. Es ist aber denkbar, dass sie mit Alice im Wunderland oder Barbie eine geschwisterliche Freundschaft anfangen könnte. Was für eine Verbindung unterhält Mandy zu Alice und Barbie?

Alice und Mandy würden sich wunderbar verstehen. Beide leben in einer Traumwelt voller Unsinn (Nonsense). Nichts scheint zu sein was es ist, weil alles sein könnte, was nicht ist. Mandy hätte Barbie vor Alice kennengelernt. Barbie hätte Mandy schlecht beeinflusst, sie beiden hätten sich bald schrecklich gestritten, da Mandy ein gutes Herz hat und nicht so oberflächlich wie Barbie ist. Vielleicht hätten Mandy und Alice sich mit Pipi angefreundet.

Bei Mandy sind einige Rollenspiele, oder Rollenschichten, erkennbar: Das Häusliche, Kindliche und weiblich Erwachsene. Erzählt das etwas über die Vielschichtigkeit ihres Begehrens?

Mandy leidet, sehnt sich, freut sich, sucht Kontakt, hat verloren und nicht wieder gefunden. Es bleibt offen, ob Mandy wie im Film Freunde gefunden hat, oder ob sie wie im Hühnerkampf-Bild ihre Gedanken und Träume wie Hühner verscheucht und eigentlich allein ist.

Bei Mandy ist ihr Sinn fürs Theatralische bemerkbar. Gibt es in dieser Richtung eine Strategie weiblichen Begehrens?

Nun, man könnte es als eine Infragestellung unseres Alltags und unserer westlichen Kultur sehen. Was man tun darf oder auch nicht. Mandy setzt sich darüber hinweg, für sie ist alles neu, sie hat ihre eigenen Gesetze, mit denen sie zurecht kommen muß.

Bei den Filmepisoden wurde für uns sehr deutlich, das Mandy sich “ungehörig” verhält, und wie wichtig das für ihren Charakter ist. Das Theatralische in den Bildern ist überspitzt. Somit kann sich Mandy als Lustobjekt entziehen. Sie lockt aber lässt dann fallen.

Was hat die Kunstfigur Mandy mit Geschlechterdifferenz und Geschlechterpolitik zu tun?

Leute, die den Film gesehen haben, sagten: “Sie kann sich das erlauben, sie ist eine blonde und schöne Frau.” In den Bildern geht sie gegen dieses, manchmal hilflos machende Vorurteil und gängige Meinung an: eine schöne blonde Frau ißt gierig rohe Eier, sie ist eine nachlässige Köchin, sie will keinen Mann, der sie in ein biederen Schlafzimmer schleppen möchte sondern zieht einen Holzkasper vor – aber vielleicht ist dieser ja eine Erinnerung an einen verflossenen Liebhaber? Sie zögert nicht lange Hühner – oder Vorurteile ? – mit einer brennenden Fackel zu verjagen.

Die Kommunikation mit Bildern hat durch die modernen Massenmedien massiv zugenommen. Welchen Einfluss haben die Massenmedien auf die Kunstfigur Mandy genommen?

Mandy versucht, sich an den Regeln des zeitgenössischen Schönheitsideals zu orientieren – aber es gelingt ihr nicht so richtig. Sie trägt falsche Fingernägel und toupiert ihre Haare auf absurde Art. Ihr Make-up ist dick aufgetragen und einige Töne zu dunkel. Stilsicher kombiniert sie Korsett mit Putzkittel – eine wie sie denkt (für Männer) attraktive Kombination.

Selected Works 2004 - 2009

The team JUNOPHOTO – Julia Nowak-Katz and Dmitri Katz – has worked together in the field of photography and digital composition since they met in New York City in 2000.

Julia has a degree in photography from the Fashion Institute of Technology and Dmitri holds a fine arts degree from the San Francisco Art Institute.

Merging their backgrounds they have been collaborating on their art projects since they moved to Berlin in 2002, incorporating the professional and commercial experience collected in the fields of advertising, fashion and lifestyle photography.

Heimweh

Where is home? When was home? What is homesickness? Living in a world of growing globalization and mobility the question of home becomes more imminent. Four creatives from Berlin have started an art project on nostalgia and went on a quest to find Heimweh – and learned, how difficult it is to put it into pictures.

A sequence in a minor key, the melancholy sound of waves clashing on the beach, the picture in a yellowed photo album, the smell of food from childhood – all this can trigger an uncertain longing for years gone by, the times and events only existing in memory. A sense of sadness, lost time, loss, longing – Heimweh. We call it nostalgia. But what is it?

We constantly encounter nostalgic clichés; the collector, who makes his objects into his life’s purpose. An imprint of everything long gone. A style of music, kitsch, clubs, sentiment of life. Nostalgia is carried from the idea, of trying to hold on to something, to want to collect. To retrieve a moment or the time, that is gone.

We understand nostalgia as a longing for home: Nostos (Greek word for coming home) and àlgia (Greek word for pain). But what this exactly means – our birth place, where we live, our childhood, an old political system – is and remains an open question – a blank space. It is the missing piece in the picture. A fragment, that can’t be put easily into words and pictures. But everyone understands it. We are homesick for a different location, a different time, a different condition. We long for something that doesn’t come back. Childhood, youth, virginity.

Four nostalgics with different backgrounds – started the quest for images expressing nostalgia – free of clichés expressing an universal phenomenon. Nostalgia is complex, a spectrum of possibilities but also personal, it originates out of personal and cultural experiences and references. How can one make experience what is difficult to grasp? A woman can rejuvenate her looks but she does not gain fulfillment in her nostalgia for youth and fertility. The course of time is unstoppable.

Pictures dialogue with the viewer in delivering a direct and emotional message. But are pictures universal? In our work we quickly discovered borders as everyone perceives images very differently. Two Germans in intercultural relationships, a German-Portuguese and a American – how can we unite our different cultural backgrounds? The image of the Indian showed this very clearly: one sees the Indian as a symbol for home in nature, for others it is the rememberence of genesis and contemporary socio-cultural problems. Images are interpreted very differently through different cultures and personal experience.

Our intercultural dialog is also a process, a quest and a journey where we learn about ourselves and our subjects. The quest for an image is just the beginning. We open drawers and look into them. We explore our own cultural backgrounds. It might not be a coincidence that we do this in Berlin, a city of historical layers, identities, and ghosts. Sometimes East German nostalgic, or Ostalgic, but with laws prohibiting Third Reich nostalgia.

Objects of Desire

About the Project Conception by Dmitri Katz:

I had a freelance job where most of my time went into retouching pictures of cell phones. These were not actual phones, but rather life sized non-functioning models. Often they had manufacturing defects, such as too much space between the plastic pieces, or misplaced buttons. In additions, all details had to be clarified, logos and numbers replaced, cleaned, de-textured, colors corrected, etc. The buzzword was “sexy” -everything had to be sexy, more chromey, more contrast, more gloss, more shiny and so on.

People who produce ads know that a lot of the imagery is quite silly, and yet you have to believe in to work fourteen hour shifts. And of course the technical quality is often very high. So one has to enter into the vision of the product. And of course when you in the middle of spending a few months perfecting an image and a few lines of text, and one can really start to believe in it. Of course, I am not immune, Julia would be glad to tell you how tiresome I become before the new Mac workstations are released.

The essence of advertising is convincing people that one product, usually interchangeable with several competitors, is superior for some focused group combination of reasons. Maybe it really is better, but often, it is more the packaging and promotion that creates the buzz.

This art series is a distillation of what we see as the crux of advertising. Through correct purchasing you can fulfill your fundamental desires such as more or better sex, companionship, popularity, confidence. Our animal needs can be conveniently and instantly gratified through correct consumer decision making.

“Hot Shot” was the first piece of we conceived. The reference, I think, is rather obvious. How sexy is this product? We will show you just how sexy! Why be subtle about it? We chose latex as the surface material, as another reference to fetishizing. And, why not make it all wet and slippery. What I thought was most funny about this piece, is several months later I saw one of the cell phone companies had a promo shot of a black and silver phone shot on black leather. We thought of it first!

“Meet” is our favorite piece in the series. We were talking a lot about the use of bared flesh in advertising, why use a human body, when you can really say it with raw meat. The title comes from the implication to women who buy cosmetics that by application this product one will be more desirable, either improving ones existing relationship or excitingly beginning a new one. Of course there is also a reference to the use of animal testing for cosmetics, though many companies are no longer doing such experimentation.

“Home Safe” plays with a popular metaphor of car advertising, the car as phallus. We chose a rather unsexy car, a 1940’s Volvo, which we elegantly altered the hood logo to “Vulva”. For the female element, we built a dark tunnel of oysters (please don’t report us to PETA). Plus, a little glycerin for extra slime. What more must be said.

“Nice Price” comments on the modern indentured servitude caused by the encouragement to make use of easy credit to pay for unnecessary purchases. We also wanted to comment on the promotion of consumerism as a form of safe substitution of actual sex. And what better to lubricate the whole process than a petroleum product.

all images: digital prints on a wooden frame, 1×1 m, Acrylmedium, Aluminium- and Compositiongoldletters.

Essay über Jüdische Mode

Essay über Jüdische Mode (1890 – 1930)

Hast Du Glück, so begegnet dir eine der berühmten Frauen in Person, die man durch das Medium der Kunst zu schauen gewohnt ist, eine jener reichen und schönen Damen von künstlich hergestelltem tizianischen Blond und im Brillantenschmuck, deren betörenden Zügen durch die Hand eines genialen Portraitisten die Ewigkeit zuteil geworden ist, .... und von deren Liebesleben die Stadt spricht, – Königinnen der Künstlerfeste im Karneval, ein wenig geschminkt, ein wenig gemalt, voll einer edlen Pikanterie, gefallsüchtig und anbetungswürdig.

Thomas Mann, Gladius Die

Fast scheint es, als ob sich Julia Nowak-Katz und Dmitri Katz von diesem Text Thomas Mann’s für ihre poetischen Fotomontagen rund um fünf Kleider aus jüdischen Modehäusern haben inspirieren lassen.

Seit 2002 sind die beiden Künstler in Berlin und haben nach einem Weg gesucht sich mit ihren künstlerischen Mitteln den letzten Zeugen blühenden jüdischen Modeschaffens hier in Berlin – anhand den wenigen erhaltenen Kleidern aus der Sammlung des Stadtmuseums – zu nähern.

Fasziniert von der Vorstellung den Kostümen sozusagen wieder Leben einzuhauchen und ihnen einen historischen Kontext zurückzugeben, habe ich drei Modellkleider aus dem Hause Gerson und zwei Modelle aus dem Hause Wertheim für dieses Fotoprojekt zur Verfügung gestellt.
Zunächst hat Julia Nowak-Katz die Kostüme hier im Haus mit einer Agfa Kamera 6×7 aus den 30er Jahren fotografiert und in einem zweiten Arbeitsschritt dazu passende Hintergründe bzw. Ambiente aufgenommen. In einem dritten Schritt wurden vom Typ geeignete Models gestylt und fotografiert und diese Bausteine von Dmitri Katz, dem Fotocomposer, zusammengesetzt.
Das Ergebnis sind vielschichtige Aufnahmen historischer Modelle, die irritierend modern präsentiert werden. Fotos, die den Betrachter zu einer Zeitreise einladen und verführen der Vergangenheit dieser Kleider und Roben nachzuspüren.

Text von Christina Waidenschlager, Museum Ephraim-Palais, Berlin

Haikus 2001 - 2004

Das Projekt “Danke, Berlin!” fing eigentlich noch in New York an, als “1-Poem-A-Day”. Es war vor der Zeit des Blogs, wir nannten unsere Gedichte Haikus, obwohl sie im strengen formalen Sinne den Haiku-Regeln nicht entsprechen (siehe http://haiku-bananza.com/HowTo.php). Jedoch haben wir immer versucht, einen saisonalen Bezug zu finden und/oder dem Dreizeiler verschiedene Bedeutungsdimensionen, eine Philosophie oder Einsicht zu geben.

Die folgenden Haikus sind auszugsweise aus den Jahre 2001 bis 2004 und erzählen von unserem Leben, unserem Umzug von New York nach Berlin, sowie von unseren ersten drei Jahre Berlin. Was uns beschäftigt hat, was wir denken und fühlen. 2005 war Pause. Was nicht heißt, dass wir nichts erlebt haben – im Gegenteil . Wir sollten 2006 weitermachen;)

New York City 1996 - 2001

The following images were taken between 1996 and 2001 in New York City. Looking at them now after several years, they seem quite poetic to me. They don’t emphasize on the people living there, but show color, structure, mood, the complexity, beauty and loneliness of urban life.