Hunger nach Heimweh

Wird von Heimat gesprochen, kommt schnell ein Ort oder eine Landschaft in den Sinn. Aber Heimat ist so viel mehr. Wie schafft man sich Heimat in der Fremde? Essen macht nicht nur satt, sondern ist auch ein Stück Heimat. Erinnerungen werden wach, längst vergangene Zeiten wiederbelebt. Allein der Gedanke an ein bestimmtes Gericht oder sein vertrauter Geruch versetzt uns an ferne Orte. Wenn Essen Heimat ist, dann kann diese Heimat überall sein. Zum Beispiel: Berlin. Ein Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Welt.

Es wird viel diskutiert über Integration und Anpassung. Übersehen wird dabei oft, dass kulturelle Vielfalt einen unschätzbaren Wert in unserer Gesellschaft darstellt. Denn gerade in den Unterschieden liegt der eigentliche Schatz einer so internationalen Metropole wie Berlin. Welche Sprache wird zuhause gesprochen? Welche Musik gehört? Was wird gegessen? Wo bekommt man die nötigen Zutaten? Und wie wird das alles in den Alltag integriert? Essen Türken Köfte, Italiener Pizza, Japaner Sushi, Spanier Paella und Russen Borschtsch? Die Realität steckt voller Klischees – und liegt doch meilenweit davon entfernt. Was dampft aber wirklich in den Berliner Töpfen?

Kochen und Essen verbindet – und ist damit auch ein Brückenschlag zwischen den Kulturen einer Stadt. Ein „melting pot“, in dem sich persönliche Erinnerungen, Kindheit und Heimweh ebenso vermischen wie Gewürze, Geschmäcker und Rituale. „Soul Food“ – Essen, das der Seele gut tut. Weil es all das mit sich trägt, was man im Alltag vielleicht vermisst. Weil es Erinnerungen weckt an die Kindheit. Oder einfach: weil es gut schmeckt und Tradition hat. Das Rezeptbuch zeigt ein aktuelles Bild dieser Essens-Traditionen und Koch-Rituale und porträtiert Berliner aus aller Welt mit ihren ganz persönlichen Rezepten und Geschichten.

Die Autoren

• Julia Nowak-Katz
Die Fotografin und Künstlerin Julia Nowak-Katz und der Künstler und Retoucheur Dmitri Katz, haben sich 2000 in New York kennengelernt und arbeiten in ihrer Kunst wie auch in der Werbung zusammen. Julia Nowak-Katz studierte Fotografie am Fashion Institute of Technology in New York City, Dmitri Katz Kunst am San Francisco Art Institute mit Schwerpunkt Malerei und Video. Sie leben und arbeiten seit 2002 in Berlin.

• Dr. Ingrid Stapf
Die Publizistin und Dozentin lebt und arbeitet in Berlin, wo sie deutsch-amerikanische Austauschprogramme organisiert. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Medienwissenschaften in Düsseldorf und Kalifornien und promovierte in Medienethik.

• Alexandre Powelz
Der Autor, Lektor und Filmemacher lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Literatur- und Medienwissenschaft in Düsseldorf und Drehbuchschreiben an der Internationalen Filmschule Köln. Mit dem Produzenten Alexander Seib hat er 2005 Salonfilm gegründet.
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